L’immensité, silencieuse et fragile, mise en tension par l’idée toujours présente d’une réalité éphémère.
Par le biais d’une activité systématique, obsédante, étendre la fugacité de cette réalité jusqu’à la distendre et questionner un monde en perpétuel recommencement.
Composer et décomposer des surfaces, des temporalités, puis les étirer comme sur ces vieux enregistrements de voix qui en vieillissant allongent les mots et ne nous laissent qu’un magma envoûtant fait d’onomatopées.
La mise en œuvre et le résultat ne sont pas dissociables, chaque brin d’herbe dessiné à l'encre de chine m’achemine vers la construction de mon paysage.
Dans un monde où les termes d’efficacité et de rentabilité semblent diriger nos modes de vie, je m’évertue autant que possible à ralentir la cadence, à recréer sans cesse cet entrelacement de l’homme à la nature, la fragilité de cet enchevêtrement, de ce soutien, de cette imbrication ; même dans l'apparente absence de cette humanité. Questionner ce monde (notre monde?) balayé de flux permanents.
Ainsi, dans la série en cours Ephéméride (2016 /2017), les paysages se tordent, se dissolvent, se diluent, se superposent en une partition silencieuse. La présence de l'homme n'y est pas toujours visible mais son empreinte est tangible.
Au rythme de respirations, des paysages se font et se défont, et la mélodie lancinante du tambour de la machine à laver (Das waschmachinen Inferno, video, 2013) emporte avec lui un paysage sans dessus dessous.

La perte de repères, l’errance, le vertige, le basculement, l’inéluctable, l’apesanteur, la chute sont autant de notions que je cherche à développer au travers de mes dessins et de mes installations.
                                                                                                                      
                                                                                                                 Océane Moussé.                                       


Gesang der Dünen

Claus Friede

Das Werk der französischen Künstlerin Océane Moussé wirkt auf den ersten Blick filigran, fein und präzise. Auf weißen, unterschiedlich großen Papierbögen zeichnet sie akribisch kleine Tuschefäden und Schraffuren, die sich zu räumlichen Strukturen, Körpern, Architekturen und Landschaften mit Hügeln und Senken zusammenfügen. Schließlich wird daraus ein Bild oder eine Bildserie. Auffällig sind die entleerten Räume. Als ob eine Reduktion und Reinigung stattgefunden hätte, sind die Bildmotive auf das Wesentliche begrenzt. Eine Horizontlinie verdickt sich im Bildmittelgrund, der Himmel ist eine

weiße, unbearbeitete Fläche. Keine Wolke, keine Sonne, kein Vogel und kein Flugzeug sind zu sehen. Der hügelige Raum darunter ist mit Rasen oder Wiese überzogen.Aus Erdspalten klettern Menschen mit Gepäck, Taschen und Rucksäcken: Sie „sprießen“ regelrecht aus der Wiese und ziehen in einer langen, unendlich scheinenden Karawane ins Nichts. „Les Migrants“ (2011) – so der Titel der Serie – sind auf dem Weg irgendwohin.Menschenströme sind auch auf einer anderen Bildserie zu sehen, die mit „Les Touristes“ (2010-2011) betitelt ist. Sie erklimmen einen Hochstand, wie es sie früher an der Berliner Mauer gab, und schauen – ins Nichts. Die Künstlerin bietet uns Betrachtern einen in die Weite schweifenden Blick, eine scheinbar unendliche Weite, aber nichts Sichtbares, auf das es sich zu starren lohne. In unseren Fokus rücken im Bild die Beobachter (Touristen) selbst, und wir wundern uns, woher sie kommen und wohin sie gehen, sie verschwinden einfach wieder im Boden.Oder der Freizeitmensch steht geduldig in einer langen Reihe an und wartet darauf, einmal mit einem Kettenkarussell fahren zu können, um aus demselben irgendwann wieder herausgeschleudert zu werden wie bei „Saturne“ (2012).Überhaupt ist die 360°-Drehbewegung offensichtlich von zentraler Bedeutung. Es gibt eine Bildserie, namens „1

M2“ (2009), die aus einem Triptychon besteht und dem Betrachter alsbald durch die drei verschiedenen Aufhängungsmöglichkeiten verdeutlicht, dass sie eine unendliche, kreisförmige Geschichte erzählt. Distanziert durch eine angedeutete, halbhochgezogene Jalousie im Vordergrund, schauen wir durch verschiedene Fenster in eine Landschaft mit unterschiedlich hohen Kegelbergen, die erloschene Vulkane suggerieren. Menschen mit Rasenmähern weißen die Zeichenspuren, sie radieren das Bild an einigen Stellen quasi wieder aus. Die Vergänglichkeit der Szenerie und der Augenblick des Konstrukts sind die bedeutsamen Verweise auf zyklische Existenz per se und auf die Veränderlichkeit jedweden Daseins und Zustands. Dieser Fokus liegt auch auf dem Bild „Dans le regard d’acier, l’horizon“ (2011). Hier sind es eine Reihe von Mähdreschern, die die Motivik vermeintlich negieren, auslöschen und zurückführen in einen jungfräulichen Urzustand: das weiße, unberührte Blatt Papier.Eine weitere Drehbewegung konstituiert sich in der Arbeit „ediejnesaH“ (2013), nur diesmal horizontal. Sie zeigt eine Wiesenfläche und am unteren Bildrand Sitzbänke und eine Ansammlung von Bäumen – auf dem Kopf. Hier geht es nicht um eine Adaptation von Baselitz-Bildern oder die Irritation der Sehgewohnheit, sondern um den eingefrorenen Zeitpunkt einer 360°-Bewegung. Der kindliche Begriff Purzelbaum für eine Rolle vorwärts oder rückwärts beschreibt den Augenblick sehr passend: „Sturz und Aufbäumen“. Das Bild zeigt also jenen Moment während eines Purzelbaums, in dem die Welt kopfüber steht.„Porteurs de paysage, Mont Calvo“ (2011) ist eine der ungewöhnlichsten Zeichnungen der Künstlerin. Eine Hügelkette wird von Menschen getragen. Wie einzelne Atlasfiguren der Mythologie stemmen unzählige Frauen und Männer die Landschaft in die Höhe. Welche Energieströme diesen Hebekraftakt mit der Materie verbinden, zeigt sich nicht nur in der Anschauung, sondern auch in der Vorstellung: Diese Landschaft ist versetzbar, „rekomponierbar“, ihr taxonomischer Rang ist der menschlichen Macht untergeordnet. Das Werk zeigt allegorisch unsere Auffassung wie wir mit Natur, Landschaft und unserer Umwelt umgehen. In dem wir alles nach unseren (unnatürlichen) Standards verändern, folgen wir nach Moussé lediglich nachgeahmten Mustern. Die Personen tun alle das gleiche, mit den gleichen Gesten und Utensilien. Sie sind aber alle eigentlich Fremde, lediglich Besucher, weil die Künstlerin sie in einem Stadium der Durchreise zeigt.
All diese Zeichnungen und Zyklen der Künstlerin definieren eine zeitliche und räumliche Entgrenzung und in gleicher Weise eine Entschleunigung. Dadurch verlieren sie jedoch nichts an thematischer Brisanz, denn nicht nur die Titel verraten es, sondern insbesondere die Machart: Océane Moussé beschäftigt sich inhaltlich mit dem Zeitphänomen von Wanderungen und zyklischen Systemen. Zwar tut sie dies mit einer gehörigen Portion an darstellerischer Poesie, in uns Betrachtern entsteht aber immer auch ein leichtes Unbehagen, denn wir fragen uns, warum in einem derartig weiten Raum, die humane Spezies sich so geballt an einem Ort aufhält. Wir fragen uns welcher Logik die Menschen folgen, woher die Massen kommen und wohin sie entschwinden. Es gibt keine Antwort darauf. Wir sind aber nur scheinbar distanzierte Betrachter, die keine ausreichenden Informationen von der Künstlerin erhalten, und merken bald, dass die widerständige Oberfläche uns nur kurzfristig darin unterstützt, nicht selbst in unsere Phantasien eintauchen zu müssen. Wir sind aufgefordert, unser Handeln zu reflektieren: Wir sind Begleiter des Systems und werden schließlich gewahr, dass nichts unschuldig, unwissend oder fügsam ist.
„Sturz und Aufbäumen“ steht also symptomatisch für das Werk von Océane Moussé. Die Systemkritik ist in den Werken immanent spürbar und der leichte Strich der Zeichnung ist in Wahrheit die Idee von Flüchtigkeit – in mehrdeutigem Sinn.

Claus Friede
Tout Flux
Manuel Pomar

Don't think you knew you were in this song *

Facing Océane Moussé's drawings, I'm always overcome by the same feeling:soundtrack fills my head and two songs emerge. The words are here, clear and distinc as in « Five Years » when Bowie is overwhelmed by sounds, phones bellowing fro everywhere, kids crying, his head bustling with his favorite melodies, his brain on the verge of explosion. He's paralyzed by the empathy he feels for those he meets. This is the murmur of a world in distress after the news of the ultimate catastrophe. Accordin to Diabologum, the upheaval is caused by an anecdotic climatic disturbance :”When  opened my eyes the world had changed, in the middle of August I think it snowed...”. Her too, day-to-day life is being shaken-up in what is mostly insignificant. The surrounding abruptly slide from normality to the most unsettling strangeness.
A somewhat noisy introduction to describe drawings that offer themselves to be see with such gentleness. We can let our eyes pleasurably wander on the page. There is n coercion in this one-to- one encounter. The eyes just read the page following their ow curves. In Océane's work, the sheet of paper and the lines inhabiting it build the rhyth of vision. Most of the time, two spaces are delineated: a blank area, white and luminous the sky. Below, a multitude of lively blades of grass slowly spread, as a vegetal crowd willing to devour the paper. A strange and unknown universe, deserted most of the time And when peopled, it is livened up by an unexpected and quiet parade. “The Tourists” fil the space with their organized and servile processions. They slit the undulating prairie leaving no trail behind, as if this methodic horde couldn't impose a long term change o the scenery: they are ghostly absent columns delicately sparing the earth. We are plunge in a discreet unreality. Men come out of earth and return to it with an unsettling normality sometimes even using escalators! Looking closer, these travelers sometimes carry luggage, which raises a sense of bitter uncertainty as they migrate through the prairie with resignation. Paid holidays don't seem to be the only thing motivating their migration If an escape, it is done calmly. If an exodus, it is incredibly peaceful. Each traveler ha his own posture; the attitudes vary: like the grass each human has his own identity ! The majority obediently follows the course of the river, few others throw curious glimpses, thei eyes actively staring at elements outside the frame. They observe and maybe forese other realities. Other realities maybe to be found in other drawings, the ones in which strange people driving mowers evolve ! Erasers with no “erase” button; mechanica Attila(s) leaving a white silent inhabited trail in their wake ! The impact of these lonesom characters on the drawing seems multiplied compared to the limited hives swaying fro grassy surfaces to invisible abysses. The reapers bring death while the masses naturall follow the herd, unguided, without Messiah nor luminous silhouette leading the way to a umpteenth Way of the Cross. The borders and the depths of the deserted prairie-worl show no freedom of action. The absent paths are drawn, the greenhouses and gazebos sometimes summoned, unfit to defuse the inevitable.

The lines are light and precise. The intensity arises from their countlessness and density An unidentifiable unease emerges from the infinite lacerated sea and the radiating light A drawing of lights, shades and mysteries with lines in minor key. Both a syncopated an soothed frenzy from which a unique and imperceptibly disturbing atmosphere wells up.

Océane Moussé offers us a universe where magic takes place, suspended in time motionless in space. The fragile balance and the human beings have become dream hanging from the cadence of her hand. Lives unfold. The work of art abandons us, poor interpreters of a world where the tragedy could easily be deactivated by a diurnal readin of it. A poetic doubt floats in these drawings, leaving us free to interpret according to our moods.

Manuel Pomar.

* extract from “Five Years”, David Bowie in "The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the
Spiders from Mars", 1972, RCA Recor